
Eine lange Recherche zu einer kurzen Frage
Kurze Sättel: Was wissen wir über ihre biomechanischen Auswirkungen?
„Ein Sattel darf nicht über den 18. Brustwirbel hinausreichen.“
Wer sich mit der Passform von Pferdesätteln beschäftigt, begegnet dieser Aussage immer wieder. Die sogenannte T18-Regel gilt in der Praxis vielerorts als wichtige Voraussetzung für einen pferdegerechten Sattel. Woher diese Regel stammt und warum T18, letzte Rippe, Sattelbaum und tatsächlich belastete Fläche dabei nicht ohne Weiteres gleichgesetzt werden dürfen, wurde in einem früheren Fachbeitrag ausführlicher untersucht.
Das Ziel dahinter ist nachvollziehbar: Man möchte vermeiden, dass der Sattel Bereiche des Pferderückens belastet, die dafür möglicherweise nicht geeignet sind.
Doch es gibt ein Problem.
In den für diesen Beitrag geprüften Quellen konnte eine experimentell nachgewiesene biologische Belastungs- oder Schädigungsgrenze exakt an T18 nicht identifiziert werden. Das bedeutet keineswegs, dass eine Belastung hinter T18 unbedenklich wäre. Es bedeutet zunächst nur, dass eine biologische Belastungs- oder Schädigungsgrenze exakt an T18 damit nicht experimentell nachgewiesen ist. Was die bisherige Forschung über Belastung kaudal von T18 tatsächlich zeigt – und welche Fragen dabei offenbleiben –, wurde in einem eigenen Fachbeitrag ausführlicher betrachtet.
Und damit stellt sich eine weitere Frage in der Diskussion um möglichst kurze Sättel: Wenn eine biologische Belastungs- oder Schädigungsgrenze exakt an T18 wissenschaftlich bislang nicht nachgewiesen ist, wissen wir dann wenigstens, welche Folgen es haben kann, die Sattellänge konsequent an dieser Grenze auszurichten? Was wäre, wenn Pferdebesitzer aus Sorge um die Gesundheit ihres Pferdes einen bislang verwendeten, längeren Sattel gegen ein besonders kurzes Modell eintauschen – und damit möglicherweise genau das Gegenteil dessen erreichen, was sie beabsichtigt haben?
Was wäre, wenn weniger tragende Fläche oder ein zu knapp bemessener Sitz die Kräfte auf dem Pferderücken nicht verringern, sondern ungünstiger verteilen?
Könnte ausgerechnet der Versuch, einen Schaden zu verhindern, unter bestimmten Bedingungen ein neues Belastungsproblem schaffen?
Das ist keine Behauptung, sondern eine Frage – und eine, die sich wissenschaftlich untersuchen lässt, zumindest in Teilen. Auf der Suche nach einer Antwort begegnen uns Studien über Satteldruck, Reiterposition und sogar Reitversuche, die wegen plötzlich auftretender Lahmheiten abgebrochen werden mussten. Doch bevor wir diese Ergebnisse betrachten, müssen wir eine scheinbar viel einfachere Frage klären:
Wie zuverlässig lässt sich der 18. Brustwirbel am lebenden Pferd überhaupt finden – ohne Röntgenbild, allein durch Abtasten?
Und wenn dabei Abweichungen auftreten, in welche Richtung gehen sie? Wird T18 eher zu weit vorne oder zu weit hinten markiert? Oder lässt sich keine eindeutige Tendenz erkennen? Denn schon die Richtung einer solchen Abweichung könnte darüber entscheiden, ob ein Sattel als zu lang beurteilt wird und welche Konsequenzen Pferdebesitzer daraus ziehen. Eine wissenschaftliche Untersuchung aus dem Jahr 2019 liefert hierzu aufschlussreiche Ergebnisse und bildet den Ausgangspunkt unserer Recherche.
Sieben Pferde, drei Saddle Fitter – und ein gesuchter Wirbel
Wie schwierig kann es eigentlich sein, den letzten Brustwirbel eines Pferdes zu finden?
Genau das wollten Nankervis und ihre Mitarbeiter 2019 herausfinden. Drei qualifizierte Saddle Fitter sollten an sieben Pferden durch Abtasten den Dornfortsatz des 18. Brustwirbels lokalisieren und seine Position auf der Haut markieren. Um überprüfen zu können, ob die Markierungen tatsächlich an der richtigen Stelle lagen, verglichen die Wissenschaftler sie mit der Position, die ein Tierarzt mithilfe von Röntgenaufnahmen bestimmt hatte.
Die drei Untersucher verwendeten allerdings nicht dieselbe Methode.
Zwei orientierten sich am lumbosakralen Übergang, also dem Bereich zwischen Lendenwirbelsäule und Kreuzbein. Von dort aus zählten sie sechs Dornfortsätze nach kranial, also in Richtung Pferdekopf. Der dritte Untersucher ging anders vor. Er orientierte sich am Verlauf der letzten Rippe und folgte dieser in Richtung der dorsalen Mittellinie. Anschließend verglichen die Wissenschaftler die Markierungen mit der radiografisch bestimmten Referenz.
Und dabei zeigte sich etwas Bemerkenswertes.
Beide Untersucher, die sechs Dornfortsätze gezählt hatten, markierten T18 bei jeweils sechs von sieben Pferden zu weit vorne. Über alle sieben Pferde gerechnet lagen ihre Markierungen durchschnittlich jeweils 4,3 Zentimeter vor der radiografisch bestimmten Referenzposition. Das bedeutet nicht, dass jeder Untersucher bei jedem Pferd genau 4,3 Zentimeter danebenlag. Die einzelnen Abweichungen waren unterschiedlich groß. Der Wert beschreibt lediglich deren rechnerischen Durchschnitt.
Für unsere Fragestellung ist aber vor allem die Richtung interessant. Wer T18 zu weit vorne markiert, verschiebt damit auch die angenommene Grenze für die Sattellänge nach vorne. Ein vorhandener Sattel könnte dadurch als zu lang beurteilt werden, obwohl er im Verhältnis zur radiografisch bestimmten Lage von T18 möglicherweise gar nicht über die angenommene Grenze hinausreicht.
Für einen Pferdebesitzer kann aus einer solchen Markierung die Entscheidung entstehen, einen bislang verwendeten Sattel durch ein kürzeres Modell zu ersetzen. Damit wären wir wieder bei unserer ursprünglichen Frage: Was wäre, wenn diese Entscheidung nicht nur unnötig, sondern unter bestimmten Bedingungen sogar biomechanisch nachteilig wäre?
Ein Millimeter Abweichung? Nicht ganz.
Noch beeindruckender erscheint zunächst das Ergebnis des dritten Saddle Fitters. Er hatte sich am Verlauf der letzten Rippe orientiert. Die durchschnittliche Abweichung seiner Markierungen von der radiografischen Referenz betrug lediglich 0,1 Zentimeter.
Ein Millimeter! Das klingt beinahe nach einer Punktlandung.
Doch ein Blick auf die übrigen Ergebnisse verändert das Bild. Bei vier der sieben Pferde hatte auch dieser Untersucher T18 zu weit kaudal markiert. Zugleich berichteten die Wissenschaftler eine erhebliche Streuung seiner Messwerte.
Wie passt das zu einem durchschnittlichen Abstand von nur einem Millimeter?
Weil die Abweichungen mit ihrer jeweiligen Richtung in die Berechnung eingehen. Markierungen vor und hinter der Referenz können sich rechnerisch gegenseitig ausgleichen. Der Durchschnitt beschreibt damit die mittlere gerichtete Abweichung – nicht den durchschnittlichen absoluten Abstand sämtlicher Markierungen zur radiografisch bestimmten Referenzposition.
Für das einzelne Pferd ist dieser Unterschied entscheidend.
Ein Pferd, bei dem die anatomische Grenze mehrere Zentimeter falsch markiert wurde, profitiert nicht davon, dass der Untersucher bei einem anderen Pferd in die entgegengesetzte Richtung danebenlag. Wird aufgrund einer solchen Markierung die Länge eines Sattels beurteilt, betrifft die daraus folgende Entscheidung immer das einzelne Pferd.
Dabei kann auch ein Fehler nach kaudal bedeutsam sein.
Wer T18 zu weit hinten vermutet, könnte eine Sattelkonstruktion als innerhalb der angenommenen Grenze liegend beurteilen, obwohl sie diese tatsächlich überschreitet. Damit ergeben sich zwei unterschiedliche mögliche Fehlentscheidungen: Eine zu weit kraniale Markierung könnte dazu führen, dass ein längerer Sattel allein aufgrund der angenommenen T18-Grenze ausgeschlossen wird. Eine zu weit kaudale Markierung könnte dagegen eine Lage als regelkonform erscheinen lassen, die nach derselben Regel nicht zulässig wäre.
Welche gesundheitlichen Folgen solche Entscheidungen tatsächlich hätten, ist damit noch nicht bewiesen. Es wird aber deutlich, warum nicht nur die Größe, sondern auch die Richtung einer Abweichung fachlich relevant ist.
Fünf statt sechs – die Wissenschaftler verändern ihre Methode
Die Ergebnisse der beiden zählenden Saddle Fitter warfen eine interessante Frage auf:
Warum hatten beide T18 bei fast allen untersuchten Pferden zu weit vorne markiert?
Bereits in einem Forschungsbericht von 2017 – also einem Vorbericht und keiner begutachteten Fachpublikation – formulierten Bradley und Nankervis eine mögliche Erklärung. Der letzte lumbale Dornfortsatz könnte so tief liegen, dass er bei der Palpation nicht zuverlässig erfasst wird. Wäre dies der Fall, könnte ein Untersucher bei seiner Zählung einen Dornfortsatz übersehen. Er würde dann von einer anderen anatomischen Ausgangsposition ausgehen, als er eigentlich annimmt.
Die Wissenschaftler entschlossen sich deshalb, die Zählmethode zu verändern.
Statt sechs sollten die beiden Untersucher nun nur noch fünf Dornfortsätze vom lumbosakralen Übergang aus nach vorne zählen.
Das ist ein bemerkenswerter Schritt.
Denn verändert wurde nicht die Anatomie des Pferdes, sondern die Vorgehensweise, mit der die Untersucher diese Anatomie zu erfassen versuchten. Die neue Zählweise sollte also eine mögliche Schwierigkeit bei der palpatorischen Erkennung des letzten lumbalen Dornfortsatzes berücksichtigen. Ob diese Schwierigkeit tatsächlich die zuvor festgestellten Abweichungen verursacht hatte, war damit allerdings noch nicht nachgewiesen. Wieder wurden sieben Pferde untersucht. Diesmal führte jeder der beiden Saddle Fitter die Lokalisation zweimal durch (Nankervis et al., 2019).
Und tatsächlich wurden die Ergebnisse besser.
Die durchschnittlichen gerichteten Abweichungen gegenüber der radiografischen Referenz verringerten sich auf 1,5 beziehungsweise 0,3 Zentimeter. Die Änderung der Zählmethode hatte unter den untersuchten Bedingungen also einen deutlichen Einfluss auf das Ergebnis. Die Autoren bewerteten die veränderte Methode entsprechend positiv. Nach ihrer Schlussfolgerung sollte das Zählen von fünf Dornfortsätzen vom lumbosakralen Übergang aus, kombiniert mit der Beurteilung von Lage und Krümmung der Rippe, dazu beitragen, dass ein Sattel nicht über T18 hinaus platziert wird (Nankervis et al., 2019).
Doch auch jetzt trafen die Untersucher nicht bei jedem Pferd den radiografischen Referenzpunkt entsprechend genau. Die einzelnen Messwerte streuten weiterhin erheblich. Eine weitere Auswertung zeigte, dass die beiden Fachleute bei wiederholten Untersuchungen vergleichsweise gut übereinstimmende Markierungen setzen konnten. Dafür verwendeten die Wissenschaftler statistische Kennzahlen zur Übereinstimmung zwischen verschiedenen Untersuchern und zur Wiederholbarkeit der Ergebnisse derselben Person.
Die Resultate wurden als gut beziehungsweise ausgezeichnet eingestuft.
Aber wiederholbar bedeutet nicht zwangsläufig richtig.
Stellen wir uns vor, jemand markiert bei einem Pferd dreimal hintereinander dieselbe Stelle. Bei jeder Untersuchung liegt der Punkt nahezu exakt an der gleichen Position.
Die Wiederholbarkeit wäre hervorragend.
Wenn sich der gesuchte anatomische Referenzpunkt tatsächlich drei Zentimeter daneben befindet, wären trotzdem alle drei Markierungen unzutreffend. Eine Methode kann sehr zuverlässig denselben Punkt wiederfinden, ohne deshalb zwangsläufig den richtigen Punkt zu treffen. Für eine Sattellängenbeurteilung, die sich auf wenige Zentimeter stützt, ist dieser Unterschied keineswegs nebensächlich.
„Bis auf einen Dornfortsatz genau“ – wie genau ist das?
In den Kernaussagen ihrer Veröffentlichung berichteten die Autoren außerdem, dass die Saddle Fitter T18 bei den meisten Pferden bis auf einen Dornfortsatz genau lokalisieren konnten.
Das klingt zunächst nach einer recht geringen Abweichung.
Aber was bedeutet ein Dornfortsatz?
T18 ist der letzte Brustwirbel. Direkt davor liegt T17, unmittelbar dahinter beginnt mit L1 die Lendenwirbelsäule. Eine Abweichung um ein benachbartes Wirbelsegment kann damit je nach Richtung in den Bereich von T17 oder L1 führen. Für eine Regel, die ausgerechnet T18 als geometrische Grenze verwendet, ist das keine bedeutungslose Unterscheidung. Dabei müssen wir allerdings berücksichtigen, dass die Formulierung der Autoren noch nicht verrät, welchen konkreten Wirbel oder Punkt jeder einzelne Untersucher markierte. Ebenso wenig lässt sich eine Zentimeterabweichung ohne Kenntnis der knöchernen Ausdehnung und des Referenzpunktes eindeutig in eine Anzahl falsch identifizierter Wirbel umrechnen.
Hier stellt sich eine weitere anatomische Frage:
Wie eindeutig lassen sich benachbarte Dornfortsätze am lebenden Pferd überhaupt voneinander unterscheiden?
Was lässt sich daraus für die tägliche Praxis ableiten?
Gehen Fachleute bei einer wissenschaftlichen Untersuchung möglicherweise besonders sorgfältig vor?
Das ist denkbar. Ob die beteiligten Saddle Fitter im gewöhnlichen Berufsalltag genauer, weniger genau oder genauso genau arbeiten, lässt sich aus den uns zugänglichen Angaben jedoch nicht beantworten.
Auch die Auswahl der Fachleute verdient Beachtung.
Die drei Saddle Fitter hatten ihre Qualifikation zum Untersuchungszeitpunkt im Durchschnitt vor neun Jahren erworben. Wie sie für die Untersuchung gewonnen wurden und inwieweit sie die jeweilige Berufsgruppe repräsentierten, lässt sich anhand der bislang zugänglichen Angaben nicht abschließend beurteilen. Die Ergebnisse können deshalb nicht als allgemeine Fehlerquote für Personen verstanden werden, die T18 in der Praxis palpatorisch bestimmen.
Was die Studie allerdings deutlich zeigt, ist die Bedeutung der verwendeten Methode. Eine veränderte Zählweise führte zu anderen und im Durchschnitt genaueren Ergebnissen. Gleichzeitig blieben Unterschiede zwischen den einzelnen Markierungen bestehen. Für die Beurteilung eines konkreten Pferdes ergibt sich daraus eine wichtige Frage: Wie belastbar ist eine zentimetergenaue Aussage über die Lage eines Sattels gegenüber T18, wenn schon die anatomische Markierung selbst mit einer Unsicherheit verbunden sein kann, die für diese Beurteilung relevant ist?
Und selbst wenn wir den richtigen Wirbel identifiziert haben, bleibt noch etwas zu klären. Ein Dornfortsatz ist kein Punkt auf einer Zeichnung. Er ist ein dreidimensionales Knochengebilde mit einer eigenen Form, Ausdehnung und Lage zu seinen Nachbarn.
Welche Schwierigkeiten können daraus bei der Palpation entstehen?
Genau das betrachten wir als Nächstes.
Ein Dornfortsatz ist keine Stecknadel
Wer sich die Wirbelsäule eines Pferdes auf einer anatomischen Zeichnung ansieht, könnte meinen, die Sache sei recht einfach: Jeder Wirbel hat seinen Dornfortsatz, jeder Dornfortsatz seine Position. Man muss ihn nur finden.
Am lebenden Pferd ist das nicht ganz so übersichtlich.
Denn Dornfortsätze sind keine schmalen Stifte, die senkrecht unter der Haut stehen und deren genaue Position sich mit einem Fingerdruck bestimmen lässt. Eine radiografische Untersuchung zeigt, dass sich die Breite thorakaler Dornfortsätze entlang der Brustwirbelsäule unterscheidet und auch die Abstände zwischen benachbarten Dornfortsätzen nicht überall gleich sind. Diese Abstände können sich zudem mit der Kopf-Hals-Position verändern (Berner et al., 2012).
Und zwischen den tastenden Fingern und dem Knochen liegen Haut, Bindegewebe und weitere Weichteilstrukturen.
Was bedeutet das für unsere vier Zentimeter aus der Nankervis-Studie?
Eine Abweichung von rund vier Zentimetern kann bedeuten, dass die Markierung bereits im Bereich eines benachbarten Wirbels liegt. Welche anatomische Struktur tatsächlich markiert wurde, lässt sich aus der Zentimeterangabe allein jedoch nicht bestimmen. Ob ein bestimmter Abstand von vier, fünf oder sieben Zentimetern das eine oder das andere bedeutet, lässt sich deshalb nicht allein aus der Zentimeterangabe erkennen.
Dafür müsste bekannt sein, welcher Punkt des jeweiligen Dornfortsatzes als Referenz diente, wie weit sich seine dorsale Kontur tatsächlich ausdehnte und wo die benachbarten knöchernen Strukturen lagen. Zentimeterabweichungen müssen deshalb im Verhältnis zur jeweiligen Anatomie und zum definierten Referenzpunkt interpretiert werden. In den für diesen Beitrag geprüften Quellen konnte kein allgemeingültiger Durchschnittswert für die kraniokaudale Ausdehnung der dorsalen Enden von T18 und L1 identifiziert werden, mit dem sich die Abweichungen aus der Nankervis-Studie unmittelbar vergleichen ließen.
Nicht jedes Pferd besitzt dieselbe knöcherne Ausgangssituation
Hinzu kommt eine weitere Schwierigkeit.
Für die Wirbelsäule des Pferdes wird zwar eine übliche anatomische Konfiguration beschrieben. Ihre tatsächliche Ausgestaltung ist jedoch keineswegs bei jedem Tier identisch. Spoormakers und Mitarbeiter untersuchten 2021 die Wirbelsäulen von 77 Pferden unterschiedlicher Rassen. Dabei fanden sie nicht nur Unterschiede in der Form und Stellung einzelner Wirbelstrukturen, sondern auch Variationen in der Anzahl der Lendenwirbel.
Während 63 Pferde sechs Lendenwirbel aufwiesen, besaßen elf Pferde fünf und drei Pferde sieben Lendenwirbel. Auch die räumliche Anordnung der dorsalen Dornfortsätze im Übergang zwischen Lendenwirbelsäule und Kreuzbein unterschied sich zwischen den untersuchten Präparaten. Das ist besonders interessant, wenn man bedenkt, dass bei einer der von Nankervis untersuchten Methoden gerade dieser Bereich als Ausgangspunkt für das Zählen der Dornfortsätze diente.
Doch es kommt noch etwas hinzu.
Ogden und Mitarbeiter untersuchten 2025 mithilfe der Computertomografie die hinteren Wirbelsäulenabschnitte von Pferden. Bei 30 von 47 entsprechend beurteilbaren Pferden lag der weiteste Zwischenraum zwischen L6 und S1 – also dort, wo man ihn bei der üblichen anatomischen Konfiguration erwarten würde. Bei zwölf Pferden befand er sich dagegen zwischen L5 und L6. Bei weiteren fünf Pferden waren beide Zwischenräume ähnlich weit.
Die größte knöcherne Lücke lag damit keineswegs bei jedem untersuchten Pferd an derselben Stelle. Auch die Neigung der lumbalen Dornfortsätze variierte. Bei sieben Pferden fanden die Wissenschaftler außerdem einen Kontakt benachbarter Dornfortsätze im Bereich zwischen L4 und L5. Die Untersuchung beweist nicht, dass diese anatomischen Unterschiede bei der Palpation zwangsläufig zu Fehlern führen. Sie zeigt aber, weshalb die Ausgangsorientierung einer Zählmethode nicht bei jedem Pferd als gleichermaßen eindeutig vorausgesetzt werden kann.
Was haben wir nun eigentlich gefunden?
Damit sind wir wieder bei unserer ursprünglichen Frage.
Wenn jemand T18 durch Abtasten bestimmt und eine Markierung auf der Haut anbringt, können dahinter unterschiedliche Grade anatomischer Genauigkeit stehen. Möglicherweise wurde der richtige Wirbel identifiziert und lediglich ein anderer Punkt seines Dornfortsatzes markiert.
Möglicherweise wurde tatsächlich ein benachbarter Wirbel ertastet.
Oder bereits die Ausgangsorientierung der Zählung war aufgrund der individuellen Anatomie schwieriger als angenommen. Das sind unterschiedliche Fehlerquellen, die sich anhand einer einzigen Zentimeterangabe nicht ohne Weiteres voneinander unterscheiden lassen.
Für eine fachliche Beurteilung ist das keineswegs belanglos.
Denn zwischen der Aussage „Ich habe den 18. Brustwirbel identifiziert“ und der Aussage „Hier verläuft die anatomische Grenze, die der Sattel um keinen Zentimeter überschreiten darf“ liegt ein erheblicher Unterschied.
Die erste Aussage betrifft die Zuordnung einer anatomischen Struktur.
Die zweite macht aus dieser Zuordnung eine räumlich festgelegte Grenze, an der über die Eignung eines Sattels entschieden werden soll.
Damit gelangen wir zur nächsten Frage:
Wie sicher darf eine Entscheidung über die Sattellänge sein, wenn die zugrunde liegende anatomische Position selbst nicht mit entsprechender Sicherheit bestimmt wurde?
Wenn aus einer Markierung eine Entscheidung wird
Nehmen wir an, die Untersuchung ist abgeschlossen. T18 wurde ertastet, seine Position auf der Haut markiert und die Länge des Sattels beurteilt.
Das Ergebnis lautet: Der Sattel ist zu lang.
Was passiert jetzt?
Für die untersuchende Fachperson mag es zunächst nur eine Feststellung sein. Für den Pferdebesitzer kann sie bedeuten, dass ein bislang verwendeter Sattel plötzlich infrage steht. Vielleicht wurde das Pferd mit diesem Sattel über Jahre geritten, ohne dass erkennbare Passformprobleme auftraten. Vielleicht hat der Besitzer aber auch gerade wegen unklarer Beschwerden oder Abwehrreaktionen eine fachliche Beurteilung veranlasst.
Nun steht eine Aussage im Raum, die schwer wiegt: Der Sattel überschreitet eine anatomische Grenze, die zum Schutz des Pferderückens nicht überschritten werden soll.
Wer möchte unter diesen Umständen riskieren, seinem Pferd weiterhin mit einem vermeintlich zu langen Sattel zu schaden?
Ein kürzeres Modell erscheint möglicherweise als die verantwortungsvollere Entscheidung.
Aber wie zuverlässig war die ursprüngliche Beurteilung?
Zwanzig Fachleute, zehn Pferde – und unterschiedliche Ergebnisse
Diese Frage führt uns zu einer weiteren wissenschaftlichen Untersuchung.
2017 veröffentlichten Guire und Mitarbeiter eine Studie, bei der 20 qualifizierte Saddle Fitter die Passform von Sätteln an zehn Pferden im Stand beurteilen sollten. Die Untersucher waren nach den Richtlinien der britischen Society of Master Saddlers ausgebildet. Für die Teilnahme waren Freiwillige über soziale Medien gewonnen worden. Ihre Aufgabe bestand darin, die Sättel anhand der sieben Passformkriterien der Society of Master Saddlers zu beurteilen.
Die Wissenschaftler wollten wissen, wie gut die Bewertungen verschiedener Fachleute übereinstimmten. Schließlich könnte man erwarten, dass qualifizierte Untersucher, die dieselben fachlichen Kriterien anwenden, auch zu vergleichbaren Ergebnissen gelangen. Tatsächlich stimmten ihre Bewertungen bei einigen Kriterien recht gut überein. Besonders bei der Beurteilung des Freiraums im vorderen, oberen und hinteren Bereich des Sattels wurden vergleichsweise hohe Übereinstimmungswerte festgestellt.
Doch ausgerechnet bei der Beurteilung der Sattelbaumlänge sah das anders aus. Hier errechneten die Wissenschaftler einen sogenannten Fleiss-Kappa-Wert von lediglich 0,12.
Was bedeutet das?
Mit Fleiss-Kappa lässt sich untersuchen, wie stark die Beurteilungen mehrerer Personen übereinstimmen, wobei die Übereinstimmung berücksichtigt wird, die bereits zufällig zu erwarten wäre. Ein Wert von null bedeutet dabei, dass die Übereinstimmung nicht über dieses Zufallsniveau hinausgeht. Ein Wert von eins würde vollständige Übereinstimmung bedeuten. Die 0,12 stehen also für eine nur geringe Übereinstimmung über das statistisch zu erwartende Zufallsniveau hinaus.
Das bedeutet nicht, dass lediglich zwölf Prozent der Untersucher richtig lagen. Es bedeutet vielmehr, dass die Beurteilungen der Baumlänge zwischen den beteiligten Fachleuten auffallend wenig übereinstimmten.
Und genau das ist für unsere Fragestellung interessant.
Denn wenn unterschiedliche Fachleute denselben Sattel am selben Pferd anhand derselben Passformkriterien beurteilen und gerade bei der Sattelbaumlänge zu wenig übereinstimmenden Ergebnissen gelangen, stellt sich eine wichtige Frage:
Wie eindeutig ist dieses Kriterium in seiner praktischen Anwendung eigentlich?
Was untersuchten Guire und Nankervis – und was nicht?
An dieser Stelle lohnt sich ein kurzer Vergleich.
Nankervis untersuchte, wie genau Saddle Fitter den 18. Brustwirbel durch Palpation lokalisieren konnten. Guire untersuchte dagegen, wie gut die statischen Bewertungen verschiedener Saddle Fitter übereinstimmten.
Das ist nicht dasselbe.
Aus den Ergebnissen von Guire lässt sich beispielsweise nicht ableiten, dass die geringe Übereinstimmung bei der Baumlänge ausschließlich durch eine fehlerhafte T18-Palpation verursacht wurde. Denkbar sind auch Unterschiede bei der Beurteilung der tatsächlichen Ausdehnung des Sattelbaums oder bei der Anwendung des Bewertungskriteriums. Aber die beiden Untersuchungen beleuchten unterschiedliche Stationen desselben fachlichen Entscheidungsprozesses.
Zunächst muss die anatomische Referenz bestimmt werden.
Dann muss festgestellt werden, wo sich die relevante Sattelstruktur im Verhältnis zu dieser Referenz befindet.
Und anschließend wird das Untersuchungsergebnis fachlich bewertet.
Jeder dieser Schritte kann die abschließende Beurteilung beeinflussen.
Was bedeutet das für den Pferdebesitzer?
Hier wird aus einer zunächst wissenschaftlichen Frage eine ausgesprochen praktische.
Stellen wir uns vor, zwei Fachleute untersuchen denselben Sattel.
Die eine Person hält seine Länge für unproblematisch. Die andere beurteilt ihn als zu lang. Das ist ein hypothetisches Beispiel, kein dokumentierter Einzelfall aus der Untersuchung von Guire. Es verdeutlicht aber, weshalb eine geringe Übereinstimmung zwischen fachlichen Beurteilungen für Pferdebesitzer relevant sein kann.
Wem soll der Besitzer glauben?
Und vor allem: Was soll er tun?
Wenn die Aussage, ein Sattel sei zu lang, mit der Möglichkeit gesundheitlicher Schäden verbunden wird, entsteht erheblicher Entscheidungsdruck. Schließlich geht es nicht nur um die Kosten eines möglicherweise neuen Sattels. Es geht um die Sorge, dem eigenen Pferd zu schaden. Gerade deshalb muss eine fachliche Beurteilung zwischen einer beobachteten Tatsache, ihrer anatomischen Zuordnung und der daraus gezogenen Schlussfolgerung unterscheiden.
Eine Markierung auf dem Pferderücken ist zunächst eine Markierung.
Die Feststellung, dass eine Sattelkonstruktion darüber hinausreicht, beschreibt zunächst eine räumliche Beziehung. Ob dadurch tatsächlich eine ungeeignete Belastung des Pferderückens entsteht, ist eine weitere Frage. Und ob ein kürzerer Sattel die günstigere Lösung wäre, ist nochmals etwas anderes.
Die bislang unbeantwortete Gegenfrage
Bis hierhin haben wir uns damit beschäftigt, wie eine anatomische Grenze bestimmt und zur Beurteilung der Sattellänge verwendet wird. Doch selbst wenn die Markierung stimmt und die geometrische Lage des Sattels korrekt erfasst wurde, bleibt eine entscheidende Frage offen:
Was geschieht eigentlich, wenn ein Pferd aufgrund dieser Beurteilung mit einem besonders kurzen Sattel ausgestattet wird?
Denn ein Sattel wird nicht dadurch pferdegerecht, dass sein hinteres Ende vor einer bestimmten Markierung liegt. Er muss auch die Kräfte aufnehmen und übertragen können, die beim Reiten entstehen. Das Pferd trägt schließlich nicht die anatomische Regel, sondern den Sattel und den Reiter. Damit kommen wir zu einer Frage, die möglicherweise noch interessanter ist als die nach der korrekten Lage von T18:
Kann eine möglichst kurze Sattelkonstruktion unter bestimmten Bedingungen ausgerechnet jene Druckbelastungen erhöhen, vor denen man das Pferd schützen wollte?
Hier beginnt der zweite Teil unserer Spurensuche. Und diesmal führt sie uns nicht zu einer anatomischen Markierung, sondern zu Untersuchungen der tatsächlichen Lastverteilung unter dem Sattel.
Zehn Zentimeter kürzer – und plötzlich mehr Druck?
Ein kürzerer Sattel soll verhindern, dass bestimmte Bereiche des Pferderückens belastet werden. So weit ist der Gedanke nachvollziehbar. Doch die Kräfte, die durch Sattel und Reiter auf den Pferderücken übertragen werden, verschwinden nicht einfach, nur weil die tragende Konstruktion kürzer ausfällt.
Sie müssen weiterhin aufgenommen und verteilt werden.
Hier lohnt sich ein Blick auf eine Untersuchung, die 2015 von Martin und Mitarbeitern veröffentlicht wurde.
Die Wissenschaftler gingen einer interessanten Frage nach: Was geschieht mit Druckverteilung und Rückenbewegung, wenn man einen Sattel mit deutlich kürzeren Kissen verwendet?
Dafür verglichen sie bei zwei Pferden einen Standardsattel mit einem Prototyp, dessen Sattelkissen zehn Zentimeter kürzer waren. Ein Reiter mit einem Körpergewicht von 70 Kilogramm ritt beide Pferde im Leichttrab. Währenddessen erfassten die Forscher mithilfe einer elektronischen Druckmessmatte die Belastung unter dem Sattel. Zusätzlich untersuchten sie unter anderem die Beweglichkeit verschiedener Rückenabschnitte, die Bewegung der Gliedmaßen und die Position des Reiters.
Die kürzeren Kissen sollten nicht einfach nur weniger Fläche bieten. Die Wissenschaftler verbanden damit auch eine Hoffnung. Sie erwarteten zwar, dass der Druck steigen könnte. Gleichzeitig vermuteten sie jedoch, dass die kürzeren Kissen dem Pferderücken mehr Bewegungsfreiheit ermöglichen und größere Schritte begünstigen könnten.
Eine durchaus nachvollziehbare Überlegung.
Doch die Messergebnisse erzählten eine etwas andere Geschichte.
Weniger Kontaktfläche – deutlich höhere Druckwerte
Mit den kürzeren Sattelkissen verringerte sich die gemessene Kontaktfläche. Besonders deutlich war der Unterschied im hinteren Drittel des Sattels. Dort war die maximal erfasste Kontaktfläche je nach Trabphase um rund 35 beziehungsweise 45 Prozent kleiner als bei der Standardkonstruktion.
Was passierte mit dem Druck?
Ausgewertet wurden die höchsten Werte des über das jeweilige Satteldrittel gemittelten Drucks im Verlauf des Trabzyklus. Im vorderen Bereich nahmen diese Werte etwas ab.
Im mittleren Bereich stieg er dagegen an.
Und im hinteren Drittel wurde der Unterschied besonders deutlich: Dort lagen die maximalen Druckwerte mit den kürzeren Kissen je nach Trabphase 77,6 beziehungsweise 83,5 Prozent höher als mit den normalen Sattelkissen (Martin et al., 2015).
Das ist bemerkenswert.
Denn ausgerechnet bei der kürzeren Konstruktion, die nach der ursprünglichen Hypothese mehr Bewegungsfreiheit ermöglichen sollte, entstanden im kaudalen Bereich erheblich höhere maximale regionale Druckwerte.
Allerdings war das nicht die einzige Veränderung.
Die Wissenschaftler beobachteten auch Unterschiede in der Bewegung des Pferderückens. In bestimmten Abschnitten des kaudalen Brustwirbelbereichs beziehungsweise des thorakolumbalen Übergangs nahm die Beweglichkeit ab. Andere Rückenabschnitte zeigten dagegen größere Bewegungsumfänge. Auch die Bewegung der Gliedmaßen veränderte sich. Unter anderem war die Vorführung der Hintergliedmaßen mit den kürzeren Kissen um 6,9 Prozent vermindert. Die Autoren diskutierten deshalb, ob die erhöhte kaudale Druckbelastung mit der eingeschränkten Bewegung dieser Rückenregion zusammenhängen könnte.
Mit anderen Worten: Die kürzere Konstruktion war unter den untersuchten Bedingungen keineswegs einfach nur eine kürzere Variante mit ansonsten unverändertem mechanischem Verhalten. Sie veränderte mehrere Aspekte der Interaktion zwischen Pferd, Sattel und Reiter.
Und der Reiter? Der saß plötzlich auch anders.
Hier wird die Untersuchung für unsere Fragestellung noch interessanter.
Denn die Wissenschaftler stellten fest, dass sich mit den kürzeren Sattelkissen auch die Haltung des Reiters veränderte. Sein Oberkörper war aufrechter, und die resultierende Druckverteilung verlagerte sich nach kaudal. Das ließ sich an der Position des sogenannten Druckschwerpunkts erkennen.
Was ist damit gemeint?
Eine elektronische Druckmessmatte erfasst viele einzelne Druckwerte unter dem Sattel. Aus deren räumlicher Verteilung lässt sich berechnen, wo sich der gemeinsame Schwerpunkt der gemessenen Druckbelastung befindet. Dieser Punkt muss nicht dort liegen, wo sich das Gesäß des Reiters befindet. Schließlich werden Kräfte auch über andere Bereiche des Sattels und über die Steigbügel eingeleitet. Bei der Untersuchung von Martin verlagerte sich dieser Druckschwerpunkt mit den kürzeren Kissen nach hinten.
Damit haben wir eine weitere Veränderung, die sich nicht einfach auf die Länge der Sattelkissen reduzieren lässt. Der Sattel hatte eine andere Kontaktgeometrie. Der Reiter nahm eine veränderte Haltung ein. Und die Belastung wurde anders auf den Pferderücken übertragen. Was davon Ursache und was Folge der jeweils anderen Veränderungen war, lässt sich aus der Untersuchung nicht vollständig trennen.
Aber gerade das ist interessant: Eine Veränderung der Sattelkonstruktion kann offenbar mehr beeinflussen als nur die Fläche, auf der der Sattel aufliegt.
Bedeutet das, dass längere Sättel besser sind?
Nein. Eine solche Schlussfolgerung wäre ebenso voreilig wie die Behauptung, kürzere Sättel seien grundsätzlich günstiger. Eine weitere Untersuchung derselben Forschungsgruppe aus dem Jahr 2017 macht das deutlich (Martin et al., 2017). Diesmal wurden bei drei Pferden ein Standardsattel und ein Prototyp mit anders gestalteten, sogenannten Comfort Panels verglichen.
Auch hier veränderte sich die Druckverteilung.
Während der Sitzphase im Leichttrab lagen die gemessenen Drücke im vorderen und mittleren Sattelbereich bei der veränderten Konstruktion höher. Im hinteren Bereich waren sie dagegen um durchschnittlich 1,8 kPa niedriger.
Gleichzeitig wurden Veränderungen der Rückenbewegung festgestellt.
Die Untersuchung zeigt damit, dass sich die regionale Druckverteilung durch die Gestaltung der Sattelkissen beeinflussen lässt. Sie zeigt aber nicht, dass mehr Länge allein dafür verantwortlich wäre. Die Kissen unterschieden sich auch in ihrer Form.
Das führt zu einem wichtigen Punkt:
Nicht die geometrische Länge allein entscheidet darüber, wie ein Sattel die Last auf dem Pferderücken verteilt. Ebenso bedeutsam sind die tatsächliche Kontaktfläche, ihre Form und Lage, die Eigenschaften der Konstruktion sowie die Kräfte, die durch den Reiter eingeleitet werden.
Was können wir aus diesen Untersuchungen schließen?
Die beiden Arbeiten liefern keine allgemeingültige Antwort auf die Frage, welche Sattellänge für ein Pferd richtig ist. Dafür waren die Untersuchungen mit zwei beziehungsweise drei Pferden zu klein. Außerdem wurden englische Sättel untersucht. Die Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf die anders konstruierten Bars eines Westernsattelbaums übertragen. Und auch ein deutlich höherer gemessener Druck beweist für sich genommen noch keine Gewebeschädigung.
Dafür müsste zusätzlich untersucht werden, wie lange und unter welchen Bedingungen die Belastung auf bestimmte anatomische Strukturen einwirkt und welche biologischen Reaktionen tatsächlich entstehen.
Aber eines haben die Wissenschaftler experimentell gezeigt:
Eine Veränderung der lasttragenden Sattelkonstruktion kann mit erheblichen Veränderungen der regionalen Druckbelastung, der Rückenbewegung und der Reiterposition einhergehen. Und unter den Bedingungen der Untersuchung von 2015 führte die deutlich kürzere Kissenkonstruktion gerade im hinteren Sattelbereich zu höheren maximalen regionalen Druckwerten. Damit erhält unsere ursprüngliche Gegenfrage erstmals eine experimentell begründete Grundlage. Es ist zumindest möglich, dass eine kürzere tragende Konstruktion nicht einfach nur Belastung vermeidet, sondern die vorhandenen Kräfte ungünstiger verteilt.
Ob das bei einem konkreten kurzen Sattel tatsächlich der Fall ist, lässt sich daraus noch nicht beantworten. Doch bislang haben wir nur betrachtet, was geschieht, wenn die Kontaktgeometrie verändert wird.
Was passiert eigentlich, wenn der Sattel auch für den Reiter zu kurz ist?
Diese Frage führt uns zu einer weiteren Untersuchung. Und dort blieb es nicht bei veränderten Druckmesswerten: Mehrere vorgesehene Reitversuche mussten vorzeitig abgebrochen werden.
Wenn die Sitzfläche zur Grenze wird
Wie wichtig ist eigentlich die Position des Reiters für die Belastung des Pferderückens?
Eine Untersuchung von Dyson und Mitarbeitern, deren Ergebnisse 2020 veröffentlicht wurden, liefert hierzu bemerkenswerte Beobachtungen. Sechs Pferde, vier unterschiedlich große und schwere Reiter und ein standardisierter Reittest von jeweils 30 Minuten: So sah der ursprüngliche Versuchsplan aus. Die Pferde standen regelmäßig in Arbeit und waren vor der Untersuchung als klinisch lahmfrei eingestuft worden. Die vier Reiter verfügten über ein vergleichbares reiterliches Können, unterschieden sich jedoch deutlich in ihren Körperproportionen und ihrem Gewicht.
Die vier Reiter wurden während der Untersuchung wiederholt mit ihrer Reitausrüstung gewogen. Die für jeden Einzelnen ermittelten Durchschnittsgewichte betrugen rund 61, 78, 91 beziehungsweise 142 Kilogramm. Jedes Pferd sollte mit den unterschiedlichen Reitern eine vorgegebene, dressurähnliche Aufgabe absolvieren. Dabei wurden die Bewegungen der Pferde, ihr Verhalten und die Passform der Sättel beurteilt.
Die Wissenschaftler hatten allerdings eine Sicherheitsvorkehrung getroffen.
Sollte ein Pferd während der Untersuchung eine bestimmte Lahmheitsstärke entwickeln oder auffällig viele Verhaltensweisen zeigen, die auf Schmerzen hinweisen können, musste der Versuch sofort beendet werden. Eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme, die allerdings weit häufiger benötigt wurde, als die Forscher offenbar erwartet hatten.
Dreizehn Versuche – dreizehn Abbrüche
Bei den beiden schwersten Reitern konnte kein einziger der vorgesehenen Reitversuche vollständig durchgeführt werden. Insgesamt waren es 13 Versuche mit diesen beiden Reitern. Alle 13 mussten vorzeitig beendet werden. Zwölfmal war eine während des Reitens aufgetretene Lahmheit der Grund. Bei einem weiteren Versuch zeigte das Pferd zehn von 24 definierten Verhaltensmerkmalen, die auf Schmerzen des Bewegungsapparates hinweisen können.
Auch bei dem mittelschweren Reiter wurde einer von zwölf Versuchen wegen einer Lahmheit abgebrochen. Damit mussten insgesamt 14 Reitversuche vorzeitig beendet werden – 13 wegen Lahmheit und einer wegen auffälligen Schmerzverhaltens. Die Untersuchungsleitung ließ die Pferde nach Erreichen der festgelegten Abbruchkriterien sofort anhalten. Der jeweilige Reiter musste absteigen. Bei dem rund 142 Kilogramm schweren Reiter endeten die Versuche durchschnittlich bereits nach 8,3 Minuten.
Bei dem rund 91 Kilogramm schweren Reiter betrug die durchschnittliche Zeit bis zum Abbruch 16,6 Minuten.
Geplant waren jeweils 30 Minuten gewesen.
Die beobachteten Lahmheiten wurden anschließend zusätzlich anhand objektiver Bewegungsdaten überprüft und bestätigt.
Was war mit den Pferden geschehen?
Nach einer Ruhephase von 45 bis 60 Minuten wurden die betroffenen Pferde erneut an der Hand im Trab untersucht. Zu diesem Zeitpunkt war keine Lahmheit mehr erkennbar. Die Autoren beschrieben die beobachteten Beeinträchtigungen deshalb als vorübergehend. Alle sechs Pferde beendeten die gesamte Untersuchung schließlich mit einem mindestens ebenso guten Bewegungsbild wie zu Beginn.
Eine dauerhafte Schädigung war damit nicht nachgewiesen.
Doch die vorübergehenden Veränderungen waren deutlich genug gewesen, um die Versuche aus Gründen des Pferdewohls abzubrechen. Nun wird die Untersuchung für unsere Frage nach der Sattellänge besonders interessant.
Ein Blick auf die Sitzposition
Die Wissenschaftler hatten nämlich nicht nur das Gewicht der Reiter betrachtet. Sie untersuchten auch, ob die vorhandenen Sättel den jeweiligen Reitern ausreichend Platz boten.
Dabei fanden sie deutliche Unterschiede.
Die beiden leichteren Reiter saßen bei allen sechs Pferden innerhalb der vorgesehenen Sitzfläche. Anders sah es bei dem rund 91 Kilogramm schweren Reiter aus. Bei fünf der sechs Pferde saß er bereits auf dem hinteren Abschluss des Sattels, dem sogenannten Hinterzwiesel. Beim schwersten Reiter reichte das Gesäß sogar bei sämtlichen sechs Pferden über den Hinterzwiesel hinaus.
Man muss sich diese Situation einmal vorstellen.
Ein Reiter sitzt auf einem Sattel, dessen Sitzfläche für seine Körperproportionen nicht ausreicht. Vorne begrenzt die Sattelkonstruktion seinen Platz, hinten stößt er an den Hinterzwiesel beziehungsweise ragt bereits darüber hinaus.
Eine ausgewogene Sitzposition wird dadurch erschwert.
Das Problem betrifft dabei nicht ausschließlich das Körpergewicht.
Auch Körpergröße, Beinlänge und die Gestaltung des Sattels bestimmen, wie viel Platz ein Reiter benötigt und wo er innerhalb der Sitzfläche tatsächlich zum Sitzen kommt. Ein schwererer Reiter muss deshalb nicht zwangsläufig einen ungünstigeren Sitz haben als ein leichterer. Ebenso kann ein vergleichsweise leichter, aber sehr groß gewachsener Reiter in einem zu kleinen Sitz Platzprobleme bekommen.
Entscheidend ist, ob die Sattelkonstruktion genügend Raum für den jeweiligen Körperbau bietet und eine geeignete Position der Krafteinleitung ermöglicht.
Hier stellt sich die nächste Frage:
Was passiert unter dem Sattel, wenn der Reiter nicht mehr innerhalb des vorgesehenen Sitzbereichs Platz findet?
Die Druckmessung liefert einen weiteren Hinweis
Eine zweite Veröffentlichung aus derselben Untersuchung, verfasst von Roost und Mitarbeitern, beschäftigte sich mit der Druckverteilung unter den Sätteln (Roost et al., 2020). Die Wissenschaftler hatten während der Reitversuche eine elektronische Druckmessmatte verwendet. Sie erfassten damit die Höhe und räumliche Verteilung der Druckbelastung in Schritt, Trab und Galopp.
Besonders interessant war das Ergebnis des schwersten Reiters.
Im Schritt wurden unter dem hinteren Sattelbereich signifikant höhere Drücke gemessen als unter dem vorderen. Bei den anderen Reitern zeigte sich dieses Druckverhältnis nicht in gleicher Weise.
Auch im Leichttrab unterschieden sich die Muster.
Während die Belastung bei den drei leichteren Reitern im vorderen Sattelbereich höher war, waren beim schwersten Reiter die Druckwerte vorne und hinten annähernd gleich.
Die Unterschiede zwischen den Gangarten sind wichtig.
Sie zeigen, dass wir uns die Druckverteilung nicht als eine unveränderliche Last vorstellen dürfen, die stets an derselben Stelle auf den Pferderücken einwirkt. Der Reiter bewegt sich, der Sattel reagiert auf diese Bewegungen, und auch der Pferderücken verändert seine Form und Bewegung fortlaufend.
Trotzdem ergibt sich aus der Untersuchung ein interessanter Zusammenhang:
Ausgerechnet bei dem Reiter, für den die Sitzfläche deutlich zu kurz war und dessen Gesäß über den Hinterzwiesel hinausragte, fanden die Wissenschaftler eine veränderte Verteilung der Druckbelastung mit höheren kaudalen Werten im Schritt.
Ist das Zufall?
Oder könnte die unzureichende Sitzgröße dazu beigetragen haben, dass die Reiterlast ungünstiger übertragen wurde?
Die Autoren diskutierten diese Möglichkeit ausdrücklich.
Doch die Untersuchung war nicht dafür ausgelegt, die Wirkung der Sitzgröße unabhängig vom Körpergewicht und den unterschiedlichen Körperproportionen zu bestimmen. Die gemessenen Veränderungen können deshalb nicht allein der zu kleinen Sitzfläche zugeschrieben werden. Aber sie zeigen, dass wir die Sitzpassform für den Reiter bei der Beurteilung der Belastung des Pferderückens keineswegs ausklammern dürfen.
Und jetzt kommt T18 wieder ins Spiel
In ihrer Diskussion sprechen Dyson und ihre Mitarbeiter ein Problem an, das für unsere ursprüngliche Fragestellung bemerkenswert ist. Die Autoren diskutierten dabei einen konstruktiven Zielkonflikt: Bei großen Reitern auf vergleichsweise kleinen Pferden kann es schwierig sein, gleichzeitig ausreichend Sitzraum, eine geeignete Reiterposition und eine Begrenzung des Sattelbaums auf T18 zu gewährleisten (Dyson et al., 2020).
Gleichzeitig verwiesen sie auf die verbreitete Auffassung, dass ein Sattelbaum nicht hinter T18 reichen dürfe. Auf der einen Seite steht der Anspruch, die Länge der tragenden Sattelkonstruktion auf eine bestimmte anatomische Grenze zu beschränken. Auf der anderen Seite steht die Notwendigkeit, dem Reiter ausreichend Sitzraum und eine geeignete Position auf dem Pferd zu ermöglichen. Unter den Bedingungen dieser Untersuchung ließen sich beide Anforderungen nicht ohne Weiteres gleichzeitig erfüllen.
Die Autoren diskutierten deshalb auch besondere konstruktive Lösungen, bei denen Sitzraum und Sattelbaumgeometrie unterschiedlich gestaltet werden können. Und damit wird eine Frage sichtbar, die über diese einzelne Untersuchung hinausreicht:
Was ist eigentlich gewonnen, wenn ein Sattel eine angenommene anatomische Längengrenze einhält, der Reiter darin aber keinen ausreichend geeigneten Platz findet?
Ein solches Ergebnis wäre jedenfalls kein vollständiger Nachweis einer pferdegerechten Sattelpassform. Denn die tatsächlichen Kräfte, die auf den Pferderücken übertragen werden, hängen nicht nur davon ab, wo die Sattelkonstruktion endet. Sie hängen auch davon ab, wo und wie der Reiter seine Last einleitet.
Was beweisen diese Ergebnisse – und was bleibt offen?
So eindrücklich die vorzeitig abgebrochenen Versuche auch sind: Sie beweisen nicht, dass eine zu kurze Sitzfläche die Lahmheiten verursacht hat. Die beiden schwersten Reiter unterschieden sich von den leichteren auch durch ihr Gewicht und ihre Körperproportionen. Darüber hinaus waren die verwendeten Sättel nicht für jede Pferd-Reiter-Kombination optimal angepasst. Auch die Geschwindigkeit wurde bei den Druckmessungen nicht kontrolliert, obwohl sie die Höhe der auftretenden Kräfte beeinflussen kann.
Die Untersuchung war deshalb nicht geeignet, den Einfluss einer zu kurzen Sitzfläche von den übrigen Faktoren vollständig zu trennen. Außerdem wurden englische Sättel untersucht. Aus den Ergebnissen lässt sich keine unmittelbare Aussage über die Druckverteilung unter verkürzten Westernsattel-Bars ableiten. Was die beiden Veröffentlichungen jedoch gemeinsam zeigen, ist von erheblichem Interesse. Unter den untersuchten Bedingungen gingen unterschiedliche Reitergrößen und Sitzpositionen mit veränderten Druckverteilungen einher. Gleichzeitig traten während zahlreicher Reitversuche vorübergehende Lahmheiten oder auffällige Schmerzverhaltensweisen auf.
Und die Autoren benannten ausdrücklich die Schwierigkeit, eine ausreichende Sitzgröße mit der angenommenen T18-Grenze zu vereinbaren.
Damit ist unsere ursprüngliche Gegenfrage noch nicht beantwortet.
Aber sie ist inzwischen deutlich konkreter geworden.
Eine möglichst kurze Sattelkonstruktion kann nicht allein deshalb als günstige Lösung gelten, weil sie eine anatomische Grenzvorgabe erfüllt. Es muss auch berücksichtigt werden, wie viel Platz der Reiter benötigt und wie seine Last anschließend auf den Pferderücken übertragen wird. Bei englischen Sätteln haben wir nun gesehen, welche Bedeutung die Sitzposition dabei haben kann. Doch beim Westernsattel stellt sich die Frage aufgrund seiner besonderen Baumkonstruktion noch einmal anders.
Denn dort reichen die tragenden Bars häufig deutlich hinter das Cantle hinaus.
Was könnte geschehen, wenn ausgerechnet dieser hintere tragende Abschnitt möglichst kurz ausfällt, während die konstruktionsbedingte Sitzposition des Reiters unverändert bleibt?
Kurze Bars, großer Reiter – ein konstruktiver Widerspruch?
Hier wird die Sache besonders interessant. Denn obwohl Westernsättel und klassische Sättel dieselbe Aufgabe erfüllen sollen – die Kräfte von Sattel und Reiter auf den Pferderücken zu übertragen –, unterscheiden sie sich in ihrer Konstruktion erheblich. Schauen wir uns deshalb zunächst einen Westernsattelbaum ohne Leder, Sitzpolster und Skirts an.
Zwei Bars und eine besondere Sitzkonstruktion
Ein Westernsattelbaum besteht im Wesentlichen aus zwei längs verlaufenden Bars, die vorne durch die Fork und hinten durch das Cantle miteinander verbunden werden. Die Bars liegen beidseits der Wirbelsäule und bilden die wesentlichen tragenden Strukturen, über die die Kräfte auf den Pferderücken übertragen werden. Dabei reicht ihre Länge häufig deutlich über die hintere Verbindung, das Cantle, hinaus.
Warum eigentlich?
Schließlich sitzt der Reiter zwischen Fork und Cantle. Wozu benötigt man dann noch einen tragenden Barabschnitt hinter seinem Sitz?
Historische Beschreibungen dokumentieren, dass an solchen Sätteln neben dem Reiter auch Ausrüstung mitgeführt wurde. Ahlborn beschreibt unter anderem Satteltaschen über den hinteren Ausläufern des Sattelbaums sowie Sattelriemen, an denen Seile und weitere Ausrüstungsgegenstände befestigt werden konnten (Ahlborn, 1980). Ob die über das Cantle hinausragenden Bars ursprünglich gerade deshalb länger gestaltet wurden oder ob andere konstruktive Überlegungen ausschlaggebend waren, lässt sich heute nicht eindeutig belegen. Unabhängig von ihrer ursprünglichen Funktion können die hinteren Barabschnitte jedoch an der Verteilung der Kräfte innerhalb des Sattelbaums beteiligt sein.
Der Reiter belastet den Sattel nicht ausschließlich dort, wo sich seine Sitzbeinhöcker befinden. Auch über die Oberschenkel und die Steigbügel werden Kräfte in die Konstruktion eingeleitet. Diese Kräfte werden über den Baum aufgenommen und auf dessen Kontaktbereiche zum Pferderücken verteilt. Der hintere Barabschnitt kann daran beteiligt sein, obwohl der Reiter nicht unmittelbar darüber sitzt. Aber wie viel von diesem Bereich tatsächlich belastet wird und welche Druckwerte dort entstehen, hängt von der jeweiligen Konstruktion und ihrer Passform ab.
Damit kommen wir zur ersten Besonderheit des Westernsattels.
Warum der Reiter nicht einfach weiter vorne sitzen kann
Bei einem klassischen Sattel liegt der Sitzbereich vergleichsweise nahe hinter dem Vorderzwiesel und dem Kopfeisen.
Beim Westernsattel ist die Situation konstruktiv anders.
Die Fork nimmt im vorderen Bereich des Baums erheblich mehr Raum ein. Je nach ihrer Form und Breite kann der Reiter nicht beliebig weit nach kranial rücken, ohne dass die Fork beziehungsweise der vordere Sitzbereich seine Oberschenkel einengt. Seine Sitzposition wird also nicht allein durch die gewünschte Nähe zum Schwerpunkt des Pferdes bestimmt. Sie ergibt sich zunächst aus der Gestaltung des Sattels und den Körperproportionen des Reiters.
Hinten begrenzt das Cantle den verfügbaren Sitzraum.
Dazwischen muss der Reiter ausreichend Platz finden, um eine geeignete Sitzposition einnehmen zu können. Bei Westernsätteln wird die nominelle Sitzgröße üblicherweise in Inch angegeben. Doch eine bestimmte Inch-Angabe verrät noch nicht, wie viel Platz ein Reiter tatsächlich zur Verfügung hat. Das hängt unter anderem von der Fork-Form, der Gestaltung der Sitzschale sowie von Höhe, Neigung und Position des Cantles ab.
Zwei Westernsättel derselben nominellen Sitzgröße können deshalb unterschiedlich viel nutzbaren Sitzraum bieten. Der kanadische Sattelbaumhersteller Rod Nikkel hat diese konstruktiven Zusammenhänge ausführlich beschrieben. Neben der üblichen Sitzlänge unterscheidet er insbesondere den tatsächlich für die Oberschenkel verfügbaren Raum zwischen Fork und Cantle (Nikkel und Nikkel, o. J.).
Damit wird ein wichtiger Punkt sichtbar:
Ein Westernsattel muss nicht nur zum Rücken des Pferdes passen. Seine Konstruktion muss auch dem Reiter genügend Platz bieten, damit dieser seine Last in einer geeigneten Position einleiten kann. Und nun stellen wir uns vor, dass beide Anforderungen miteinander in Konflikt geraten.
Was passiert, wenn die Bars besonders kurz ausfallen?
Ein besonders kurzer Westernsattelbaum soll möglichst wenig weit nach kaudal reichen. Das klingt zunächst günstig, wenn man die T18-Regel als verbindliche Grenze betrachtet.
Doch die konstruktive Kürze muss irgendwo entstehen.
Bleibt der Sitzraum zwischen Fork und Cantle unverändert, kann eine Verringerung der gesamten Barlänge dazu führen, dass hinter dem Cantle weniger tragende Struktur verbleibt.
Die Sitzposition des Reiters kann dabei unverändert bleiben.
Verändert hat sich jedoch die Lage dieser Sitzposition im Verhältnis zum hinteren Ende der Bars.
Das ist der entscheidende Unterschied.
Die Frage lautet nun nicht mehr ausschließlich, wie groß die lasttragende Kontaktfläche ist. Es geht zusätzlich darum, wo die vom Reiter eingeleiteten Kräfte im Verhältnis zu den tatsächlich verfügbaren Kontaktbereichen liegen.
Betrachten wir den Zusammenhang zunächst vereinfacht.
Wird eine Last über eine tragende Struktur auf eine nachgiebige Unterlage übertragen, beeinflusst die Lage der Krafteinleitung, welche Bereiche der Unterlage wie stark beansprucht werden. Rückt die resultierende Last relativ zur verbleibenden Abstützung weiter nach hinten, verändert sich auch die Verteilung der erforderlichen Stützkräfte. Unter bestimmten Bedingungen könnte dadurch die Belastung im hinteren Bereich zunehmen.
Ein Westernsattelbaum ist allerdings kein einfacher Balken mit zwei festen Auflagern. Seine Bars besitzen eine dreidimensionale Form, liegen auf einer beweglichen und nachgiebigen Unterlage und übertragen die Kräfte über wechselnde Kontaktbereiche. Deshalb lässt sich aus der geometrischen Barlänge allein noch keine bestimmte Druckspitze berechnen.
Trotzdem ist die Frage mechanisch begründet.
Und sie wird nicht erst seit unserer Untersuchung gestellt.
Ein Sattelbaumhersteller beschreibt dasselbe Problem
Bereits 2013 veröffentlichte der kanadische Westernsattelbaumhersteller Rod Nikkel einen Fachbeitrag über die Probleme besonders kurzer Bars (Nikkel und Nikkel, 2013). Darin erläutert er zwei mögliche Konsequenzen: eine Verringerung der verfügbaren lasttragenden Fläche und eine ungünstige Verteilung der Belastung, wenn der Reiter relativ weit hinten über den verbleibenden Bars positioniert ist.
Besonders interessant ist seine Beschreibung unterschiedlicher Herstellungsverfahren.
Nikkel beschreibt seriengefertigte Bäume, bei denen das Cantle auf Bars vorgegebener Länge nach vorne oder hinten versetzt wird, um die gewünschte Sitzlänge zu erreichen. Das kann dazu führen, dass bei größeren Sitzgrößen weniger Bar hinter dem Cantle zur Verfügung steht. Bei anderen Konstruktionen wächst die Barlänge mit dem benötigten Sitzraum, sodass auch die hintere Abstützung entsprechend berücksichtigt werden kann.
Damit zeigt sich: Die angegebene Sitzgröße und die Länge der Bars stehen nicht zwangsläufig in einem festen Verhältnis. Nikkel warnt deshalb davor, Bars ausschließlich mit dem Ziel einer möglichst kurzen Gesamtkonstruktion zu verkürzen, ohne zugleich die Position der Krafteinleitung und die verbleibende Abstützung zu berücksichtigen. Seine Ausführungen beruhen auf praktischen Erfahrungen aus der Herstellung von Westernsattelbäumen. Eine kontrollierte Untersuchung mit Druckmessungen unterschiedlicher Barlängen ist das nicht.
Doch als konstruktive Beschreibung machen sie einen Zusammenhang deutlich, der bei der Diskussion um die T18-Regel leicht übersehen werden kann. Ein Sattelbaum kann geometrisch kürzer werden, ohne dass sich der Platzbedarf des Reiters entsprechend verringert.
Und was geschieht, wenn man versucht, auch dieses Problem durch eine kleinere Sitzgröße zu lösen?
Wenn aus 16 Inch plötzlich 15 werden
Stellen wir uns einen Reiter vor, der in einem bestimmten Westernsattelmodell einen ausreichend geräumigen 16-Inch-Sitz benötigt. Nun soll der Sattel für ein Pferd mit kurzem Rücken ausgewählt werden. Ein Modell mit kürzeren Bars erscheint geeignet. Um die Gesamtkonstruktion möglichst kompakt zu halten, wird zusätzlich eine kleinere Sitzgröße in Betracht gezogen.
Vielleicht 15 Inch.
Ein Inch weniger. Das klingt zunächst nicht nach viel.
Doch für den Reiter kann der Unterschied erheblich sein – abhängig davon, wie die tatsächliche Sitzfläche gestaltet ist. Reicht der Platz zwischen Fork und Cantle nicht aus, können insbesondere die Oberschenkel im vorderen Bereich eingeengt werden. Der Reiter kann dann nicht einfach weiter nach vorne rutschen. Die Konstruktion begrenzt dort seinen Bewegungsraum. Möglicherweise weicht er mit seinem Becken weiter nach hinten aus oder wird durch die Sitzform in eine entsprechend kaudale Position gedrängt.
Damit kann ein größerer Teil seiner Last über den hinteren Sitzbereich und gegebenenfalls das Cantle eingeleitet werden. Wohlgemerkt: Das Cantle ist Bestandteil des Sattelbaums. Eine dort eingeleitete Kraft wird nicht an den Bars vorbeigeführt, sondern innerhalb der Konstruktion weitergeleitet. Entscheidend ist, wie sich diese Kräfte schließlich auf die Kontaktflächen der Bars verteilen.
Nun verbinden wir beide Veränderungen.
Die Bars fallen besonders kurz aus, sodass hinter dem Cantle nur noch ein vergleichsweise kurzer Abschnitt verbleibt. Gleichzeitig sitzt der Reiter aufgrund des eingeschränkten Sitzraums weiter hinten, als es für seine Körperproportionen günstig wäre. Damit könnte die resultierende Reiterlast relativ zur verbleibenden tragenden Konstruktion nach kaudal verlagert sein – gerade dort, wo weniger Abstützung zur Verfügung steht.
Ob dies tatsächlich zu höheren Druckspitzen an den kaudalen Bar-Enden führt, hängt von der jeweiligen Konstruktion, der Kontaktgeometrie und den dynamischen Belastungsverhältnissen ab.
Aber die Möglichkeit ist mechanisch nachvollziehbar.
Und sie erinnert an die Untersuchung von Dyson und Roost, bei der ein Reiter auf dem Hinterzwiesel saß und das Gesäß eines anderen darüber hinausragte und Veränderungen der kaudalen Druckverteilung festgestellt wurden. Die dort untersuchten Sättel waren zwar anders konstruiert. Doch die grundlegende Frage nach der Position der Krafteinleitung bleibt auch beim Westernsattel bestehen.
Ist der kürzeste Sattel deshalb immer die sicherste Wahl?
Kehren wir zur T18-Regel zurück.
Wenn ein möglichst kurzer Westernsattel vor allem deshalb ausgewählt wird, weil seine tragende Konstruktion eine bestimmte anatomische Grenze nicht überschreiten soll, ist zunächst nur eine geometrische Anforderung erfüllt. Damit ist noch nicht geklärt, ob seine Bars in ausreichendem Umfang und in geeigneter Form Kontakt zum Pferderücken haben. Ebenso wenig wissen wir, ob sie die Kräfte unter dynamischer Belastung günstig verteilen.
Und wir wissen nicht, ob der Reiter darin genügend Platz findet, um eine geeignete Sitzposition einzunehmen.
Es sind unterschiedliche Fragen.
Sie lassen sich nicht dadurch gemeinsam beantworten, dass man lediglich die hintere Begrenzung der Bars kontrolliert. In den für diesen Beitrag geprüften Quellen konnte für die konkrete Kombination aus besonders kurzen Western-Bars, eingeschränktem Sitzraum und veränderter Reiterposition kein kontrollierter experimenteller Nachweis identifiziert werden, mit dem sich die Auswirkungen auf die Druckverteilung zuverlässig quantifizieren ließen. Das bedeutet weder, dass besonders kurze Westernsättel grundsätzlich schädlich wären, noch, dass längere Bars unabhängig von ihrer Passform unbedenklich seien.
Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen einer nicht nachgewiesenen Schädigung und dem Nachweis, dass eine bestimmte Konstruktion keine nachteiligen Auswirkungen haben kann. Dort bleiben auf Grundlage der für diesen Beitrag geprüften Forschungsergebnisse erhebliche Fragen offen.
Die unbeantwortete Frage hinter der T18-Regel
Erinnern wir uns an unsere Ausgangsfrage.
Wenn eine anatomische Grenzregel das Pferd schützen soll, eine biologische Belastungs- oder Schädigungsgrenze exakt an T18 aber bislang nicht ausreichend experimentell nachgewiesen wurde – wissen wir dann wenigstens, welche Folgen ihre konsequente Anwendung haben kann? Die Suche nach einer Antwort hat uns zu einigen bemerkenswerten Ergebnissen geführt. Zunächst begegneten wir drei Saddle Fittern, die denselben Wirbel ertasten sollten und je nach Untersuchungsmethode zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangten. Bei der ursprünglichen Zählmethode lag die Markierung in jeweils sechs von sieben Fällen zu weit vorne (Nankervis et al., 2019).
Wir haben außerdem gesehen, dass die statische Beurteilung der Sattelbaumlänge selbst unter qualifizierten Fachleuten keineswegs immer zu übereinstimmenden Ergebnissen führt (Guire et al., 2017). Damit steht bereits die Grundlage einer scheinbar einfachen Entscheidung auf dem Prüfstand: Wie zuverlässig ist die anatomische und satteltechnische Feststellung, auf die sich die Empfehlung für oder gegen einen bestimmten Sattel stützt?
Doch dann wurde unsere Recherche interessanter.
In einer Untersuchung mit verkürzten englischen Sattelkissen stiegen die Maximalwerte des regionalen Durchschnittsdrucks im hinteren Sattelbereich um rund 78 beziehungsweise 84 Prozent (Martin et al., 2015). Eine weitere Untersuchung musste bei sämtlichen Reitversuchen mit den beiden schwersten Reitern vorzeitig abgebrochen werden. In zwölf dieser 13 Versuche traten Lahmheiten auf, in einem weiteren auffällige Schmerzverhaltensweisen.
Gleichzeitig saß einer dieser Reiter bei fünf der sechs Pferde auf dem Hinterzwiesel; beim schwersten Reiter ragte das Gesäß bei allen sechs Pferden darüber hinaus. Die Autoren diskutierten für große Reiter auf vergleichsweise kleinen Pferden einen möglichen Zielkonflikt zwischen ausreichendem Sitzraum, geeigneter Reiterposition und der Begrenzung des Sattelbaums auf T18 (Dyson et al., 2020). Damit haben wir zwar keine Antwort auf sämtliche Fragen gefunden, sind aber auf einen möglichen Zielkonflikt gestoßen, der bei der Diskussion um besonders kurze Sättel leicht übersehen wird.
Eine Grenze löst nicht automatisch ein Belastungsproblem
Ein Sattel, dessen tragende Konstruktion vor T18 endet, erfüllt zunächst eine geometrische Vorgabe. Ob er damit auch die günstigere Druckverteilung besitzt, ist eine andere Frage. In den für diesen Beitrag geprüften Quellen konnten wir keine kontrollierte wissenschaftliche Untersuchung identifizieren, die genau diese Kombination bei Westernsätteln überprüft. Hier bleiben auf Grundlage der für diesen Beitrag geprüften Quellen Fragen offen.
Wir können nicht behaupten, dass besonders kurze Westernsättel grundsätzlich schädlich sind. Wir können aber ebenso wenig aus ihrer geringen Länge ableiten, dass sie das Pferd zuverlässig vor einer ungünstigen Rückenbelastung schützen.
Was müsste die Forschung noch klären?
Eigentlich wären die entscheidenden Fragen recht konkret.
Wie verändert sich die Druckverteilung unter einem Westernsattel, wenn die Bars unterschiedlich lang ausfallen, während die übrigen Konstruktionsmerkmale möglichst vergleichbar bleiben?
Was geschieht, wenn zusätzlich der nutzbare Sitzraum verändert wird?
Wie wirkt sich die Position der vom Reiter eingeleiteten Last auf die Druckverteilung im kaudalen Barbereich aus?
Und vor allem: Welche dieser Veränderungen haben unter realer dynamischer Belastung tatsächlich messbare Folgen für den Pferderücken – und welche nicht?
Elektronische Druckmessung und Bewegungsanalyse könnten helfen, solche Fragen experimentell zu untersuchen. Für Aussagen über mögliche Gewebeschädigungen wären darüber hinaus geeignete Untersuchungen der biologischen Auswirkungen notwendig. Bis diese Erkenntnisse vorliegen, bleibt die Bewertung besonders kurzer Sattelkonstruktionen eine Aufgabe, bei der sorgfältig zwischen anatomischer Lage, tatsächlichem Kontakt, mechanischer Lastübertragung und nachgewiesenen biologischen Folgen unterschieden werden muss.
Und was bedeutet das für den Pferdebesitzer?
Es wäre falsch, aus diesen Ergebnissen nun die umgekehrte Regel abzuleiten: Je länger der Sattel, desto besser. Ein längerer Sattel kann ebenso ungeeignet sein wie ein kürzerer. Entscheidend ist nicht eine möglichst große oder möglichst kleine geometrische Länge, sondern die tatsächliche Eignung der gesamten Konstruktion für das jeweilige Pferd und seinen Reiter. Aber genau deshalb verdient eine Empfehlung, einen vorhandenen Sattel allein wegen einer festgestellten oder angenommenen Überschreitung von T18 gegen ein besonders kurzes Modell auszutauschen, eine sorgfältige fachliche Begründung.
Die Sorge um die Gesundheit des Pferdes ist berechtigt. Der Wunsch, vermeidbare Belastungen zu verhindern, ebenso.
Doch gute Absichten ersetzen keinen wissenschaftlichen Nachweis.
Vielleicht sollten wir deshalb nicht nur fragen, ob ein Sattel zu lang ist. Sondern mit derselben Sorgfalt untersuchen, ob er möglicherweise zu kurz sein könnte. Denn wenn wir den Pferderücken schützen wollen, kommt es am Ende nicht darauf an, welche Regel wir besonders konsequent befolgen.
Sondern darauf, welche Belastung wir dem Pferd tatsächlich zumuten.
Literatur und Quellen
Die Darstellung der Untersuchung von Nankervis und Mitarbeitern (2019) stützt sich auf den veröffentlichten Abstract und die zugänglichen Verlagsauszüge. Der vollständige Artikel lag zur Auswertung nicht vor. Der Vorbericht von 2017 wird gesondert herangezogen und entsprechend gekennzeichnet.
Wissenschaftliche Originalarbeiten
Dyson, S. J.; Ellis, A. D.; Mackechnie-Guire, R.; Douglas, J.; Bondi, A.; Harris, P. (2020): The influence of rider:horse bodyweight ratio and rider-horse-saddle fit on equine gait and behaviour: A pilot study. Equine Veterinary Education 32(10), 527–539. DOI: https://doi.org/10.1111/eve.13085.
Guire, R.; Weller, R.; Fisher, M.; Beavis, J. (2017): Investigation Looking at the Repeatability of 20 Society of Master Saddlers Qualified Saddle Fitters’ Observations During Static Saddle Fit. Journal of Equine Veterinary Science 56, 1–5. DOI: https://doi.org/10.1016/j.jevs.2017.04.001.
Martin, P.; Chateau, H.; Pourcelot, P.; Duray, L.; Chèze, L. (2015): Effects of a prototype saddle (short panels) on the biomechanics of the equine back: preliminary results. Computer Methods in Biomechanics and Biomedical Engineering 18 (Supplement 1), 1990–1991. DOI: https://doi.org/10.1080/10255842.2015.1069591.
Martin, P.; Chèze, L.; Pourcelot, P.; Desquilbet, L.; Duray, L.; Chateau, H. (2017): Effects of Large Saddle Panels on the Biomechanics of the Equine Back During Rising Trot: Preliminary Results. Journal of Equine Veterinary Science 48, 15–22. DOI: https://doi.org/10.1016/j.jevs.2016.08.006.
Nankervis, K. J.; Bradley, F.; Kosek, K.; Dyson, S. J. (2019): Investigation of the Reliability of Saddle Fitters to Determine the Position of the Last Thoracic Vertebra of Horses Using Palpation Techniques: A Pilot Study. Journal of Equine Veterinary Science 77, 1–7. DOI: https://doi.org/10.1016/j.jevs.2019.02.003.
Ogden, N. K. E.; Winderickx, K.; Bennell, A.; Stack, J. D. (2025): Computed tomography of the equine caudal spine and pelvis: Technique, image quality and anatomical variation in 56 clinical cases (2018–2023). Equine Veterinary Journal 57(5), 1265–1278. DOI: https://doi.org/10.1111/evj.14422.
Roost, L.; Ellis, A. D.; Morris, C.; Bondi, A.; Gandy, E. A.; Harris, P.; Dyson, S. (2020): The effects of rider size and saddle fit for horse and rider on forces and pressure distribution under saddles: A pilot study. Equine Veterinary Education 32 (Supplement 10), 151–161. DOI: https://doi.org/10.1111/eve.13102.
Spoormakers, T. J. P.; Veraa, S.; Graat, E. A. M.; van Weeren, P. R.; Brommer, H. (2021): A comparative study of breed differences in the anatomical configuration of the equine vertebral column. Journal of Anatomy 239(4), 829–838. DOI: https://doi.org/10.1111/joa.13456.
Ergänzende anatomische Literatur
Berner, D.; Winter, K.; Brehm, W.; Gerlach, K. (2012): Influence of head and neck position on radiographic measurement of intervertebral distances between thoracic dorsal spinous processes in clinically sound horses. Equine Veterinary Journal 44 (Supplement 43), 21–26. DOI: https://doi.org/10.1111/j.2042-3306.2012.00678.x.
Vorbericht (keine begutachtete Fachpublikation)
Bradley, F.; Nankervis, K. (2017): Can saddle fitters reliably and repeatably locate the most caudal thoracic dorsal spinous process? Forschungsbericht, British Equestrian Federation Research Equine Database / Hartpury University. https://pure.hartpury.ac.uk/en/publications/can-saddle-fitters-reliably-and-repeatably-locate-the-most-caudal/.
Satteltechnische Praxisquellen
Nikkel, Rod und Denise (2013): The problems with too-short bars. Satteltechnischer Fachbeitrag, 18. Mai 2013. https://www.rodnikkel.com/content/saddle-tree-blog-from-shop-and-desk/the-problems-with-too-short-bars/. Nikkel, Rod und Denise (o. J.): Seat Length and Thigh Length Relationships. Satteltechnischer Fachbeitrag. https://www.rodnikkel.com/content/understanding-tree-measurements/seat-length-and-thigh-length-relationships/.
Historische Hintergrundliteratur
Ahlborn, R. E. (1980): Man Made Mobile: Early Saddles of Western North America. Smithsonian Studies in History and Technology Nr. 39, 1–147. DOI: https://doi.org/10.5479/si.00810258.39.1.
